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Hat die Tabakindustrie selbst das Nikotin verteufelt?
#1
"Hat die Tabakindustrie selbst das Nikotin mit verteufelt, um den Nikotingehalt senken zu "dürfen/müssen" und um so etwas wie "Dampfzigaretten" verhindern zu können, damit die Leute (mehr) Tabakzigaretten rauchen/kaufen?"
Sie kannten ja den Zusammenhang zwischen Rauchverhalten und Nikotinaufnahmeregulation seit spätestens den 60ern.....eigentlich spätestens seit 1899.
Und haben sie so Politik, wie auch Gesundheitsbehörden von Grund auf manipuliert zum Schaden der mündigen Bürger (welche Nikotin in "qualmender Form" konsumieren wollten) und das Nikotin verteufelt zu ihrem eigenen Nutzen in Sachen "Tabakverkauf ankurbeln"?

Wie wir wissen, wollte ein Tabakkonzern 1964 bereits eine nikotinvernebelnde Zigarette ("Ariel" von Batco) und 1979/1980 ein Internist eine völlig tabaklose Zigarette (Favor) auf den Markt bringen für Raucher.
Grundidee war: Wenn Raucher überwiegend wegen Nikotin rauchen und sie das Rauchverhalten dazu mögen, dann tausche man den hochgiftigen Verbrennungsrauch gegen weitaus schadstoffärmeren Dampf aus.
Sie wussten damals, das Nikotindampf reicht (mit ein wenig Geschmack drum herum in einer Wolke).
Damaliger geplanter Höchstgehalt war 30mg. Das hätte für Umsteiger gereicht, wie E-Raucher heute wissen.
Diese tabaklose "Vaping-Cigarette Favor" wurde damals gross angekündigt in Medien und auch bei Fachkongressen.
Die Raucher damals hätten sie einfach gekauft und genutzt...und hätten auch keine Unbedenklichkeit gefordert, denn sie glaubten bereits damals schon zu wissen, dass Nikotin selbst (wie Alkohol) ein "Nervengift" und somit eh gesundheitlich sehr bedenklich war.                           
                                                
Schmuggelte Philip Morris durch Wissenschaftler falsche Fakten in die Lehrbücher?
Ebenfalls 1980 geschah dann das hier....in der Nikotinschmiede von Philip Morris:
Zitat:
"In 198o, Philip Morris hired Victor DeNoble to study the pharmacology of nicotine . Working at a secluded laboratory,
DeNoble and a colleague isolated two hallmarks of addiction
among rats exposed to nicotine : self-administration and tolerance.
Philip Morris's in-house counsel subsequently alerted DeNoble that his
data posed a danger to the company.461 After the journal Psychopharmacology
accepted a research paper by DeNoble showing that, in
terms of addiction, "nicotine looked like heroin," Philip Morris ordered
him to withdraw the paper."2 In April 1984, the company abruptly
closed DeNoble's nicotine research laboratory and threatened legal action
if he published or talked about his work .463
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/cab13...22prospect theory kahnemann

Philip Morris stellte also 1980 einen Wissenschaftler an, der die Psychopharmakologie von Nikotin untersuchen sollte.
-Angeblich hätte er herausgefunden, es sei vergleichbar mit Heroin.
-Angeblich hätte daraufhin Philip Morris von ihm verlangt, dieses Untersuchungsergebnis geheim zu halten, weil dieses Ergebnis ihrem Geschäft schaden würde.
E-Raucher wissen heute: Diese Information ist falsch! Nikotin per se ist praktisch nicht suchterzeugend.

1980 machte noch jemand Studien zur Pharmakologie des Nikotins und kam auf völlig andere Ergebnisse:
Prof. Kurt Bättig (Zürich):
"Rauchgewohnheit und Psychopharmakologie des Nikotins"
Zitat:
"All dies legt den Schluss nahe, dass Nikotin per se nur wenig oder keine Abhängigkeit produziert..."
von Prof. Dr. med K. Bättig
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/brm56...kologie%22
(Date:  19800520 (20. Mai 1980)  Collection: Philip Morris ....die hatten also Interesse an Bättigs Forschungsthema)
http://legacy.library.ucsf.edu/action/se...&c=ub&c=us

Prof. Bättig wurde an den Pranger gestellt, die falschen Fakten von Philip Morris wurden in die Wissenschaft integriert.
Wir E-Raucher heute zumindest stellen 35 Jahre späterfest, wer Recht hatte: Prof. Bättig.


                                                                        
Eine katastrophale Kettenreaktion wurde ausgelöst
Die Behörden wurden hellhörig, sie glaubten diese falsche Information des Wissenschaftlers der Tabakindustrie über Nikotin und so geschah 1988 das hier:
Published: May 17, 1988
The Surgeon General of the United States warned today that nicotine was as addictive as heroin and cocaine and recommended the licensing of those who sell tobacco products and tougher laws prohibiting their sale to minors."
(http://www.nytimes.com/1988/05/17/us/sur...ction.html )

Die oberste Gesundheitsbehörde der USA übernahmen die Fehlinformation der Tabakindustrie über Nikotin.
Daran haben gerade auch E-Raucher bis heute zu leiden, da dieser Vorwurf der "starken Suchterzeugung" des Nikotins per se eines der Todschlag-Argumente gegen nikotinverbenelnde Zigaretten war.
Bereits in den 80ern wurde u.a. deswegen nikotinvernebelnde Zigaretten gebannt.
Weitere Argumente waren die niedrige letale Dosis (Kinder könnten so ein Depot verschlucken und sterben), sowie fehlende Sicherheitsstandards dieses "neuartigen Produktes".

Ein gewisser Dr. John Slade machte sich dahingehend stark und übte Einfluss auf die FDA aus, um diese neuartigen "Nicotine-Delivery-Systems" zu regulieren wegen der angeblich so starken Suchterzeugung von Nikotin ohne Tabak:
Jugendschutz wurde ein grosses Thema:
Die Jugend würde drogensüchtig werden durch Nikotin. Eine der Hauptgründe strenger Regulierungsmaßnahmen auch heute noch (siehe EU-Tabakrichtlinie zu E-Zigaretten; Regulierung des Online-Verkaufs basiert z.B. auf dem falschen Vorwurf der hohen Suchterzeugung, was sich vor allem auf vorherige Nichtraucher bezieht)


Diese angeblich bewusst verheimlichte Information tauchte dann als "..macht so süchtig wie Heroin"-Fakt bei Dr. Jack Henningfield auf.
Zitat:
"VICTOR J. DeNOBLE Philip Morris:
During his employment at Philip Morris, Dr. DeNoble published an article on his nicotine research and presented papers
to national professional society meetings. Abstracts of These presentations were published. Some of his research was cited by
Dr. Jack Henningfield in a 1984 review article titled "Behavioral Pharmacology of Cigarette Smoking"
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/bas88...=%22victor denoble%22

                                                         
Raucher werden zu "Drogenabhängigen"
1988 entstand nun die "psychische Krankheit" der Raucher: "Nikotinabhängigkeit"
Zitat:
"The Surgeon General revisited the issue of nicotine addiction in 1988; the American Psychiatric Association includes nicotine addiction in its official manual of diagnostic conditions (DSM-HI-R);"
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/vvy56...dictive%22
Raucher galten nun als "drogenabhängig":
Die Gefahren des Tabakrauchens wurden auf den Haupt-Wirkstoff "Nikotin" reduziert.
Offizieller Begriff allerdings lautet bis heute: "Tabakabhängigkeit" (siehe ICD-10), nicht "Nikotinabhängigkeit".
Und eine "Tabakabhängigkeit" schließt die "Verhaltensstörung" (=Wolken generieren) mit ein.

1988/89:
Henningfield widerum arbeitete nun wie auch Fagerström die "Messung der Nikotinabhängigkeit" aus (welche heute eine "Zigarettenabhängigkeit" ist...umbenannt von Fagerström 2011):
Fagerström
"Measuring Nicotine Dependence : A Review of the
Fagerstrom Tolerance Questionnaire"
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/drf60...nningfield fagerstrom%22
1988
Improving the Diagnosis and Treatment of Nicotine Dependence
http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=374019

Und auch Prof. Fagerström rudert auf einmal zurück:
Auch er ist heute plötzlich der Meinung, dass Nikotin selbst nicht süchtig macht.
Diese Meinung hat er heute, nachdem er ca. 28 Jahre lang eine "Nikotinabhängigkeit" bei Rauchern gemessen hat mit seinem "Fagerström-Test", der international anerkannt ist....das aber erst einmal nur nebenbei angemerkt.

So wie es also aussieht, hat die Tabaklobby evtl. selbst das Nikotin hochgefährlich in Sachen "Suchterzeugung" geredet.
Das mögliche Ziel der Tabakindustrie:
Den "Nikotin"-Markt unter ihre Fittiche zu bekommen?
Und wenn man in die aktuelle EU-Gesundheitspolitik ansieht, hätten sie großen Erfolg gehabt:
Aktuell möchte man Rauchern alles nehmen, was das schadstoffärmere bzw. rauchlose Rauchen attraktiv macht auf Dauer.
Vielfalt, Geschmack, Aromen, genug Nikotin.....und sichert so ihre jetzigen Tabakzigaretten-Kunden, sowie auch zukünftige Kunden (Jugendliche!!!).

Ein weiteres Beispiel, was die These "Tabakindustrie verteufelt selbst das Nikotin per se?" unterstreicht:
Folgendes steht demnächst auf den "Marlboro-Liquids"
Zitat:
"Eine Warnung, von Altria, Hersteller von Marlboro, liest unter anderem: "Nikotin macht süchtig und Gewohnheit bilden, und ist sehr giftig beim Einatmen, Berührung mit der Haut oder beim Verschlucken."
http://www.nytimes.com/2014/09/29/busine...nance&_r=1

Die Tabakindustrie sorgt also evtl. weiter selbst dafür, dass Nikotin in der Öffentlichkeit als "Nervengift und Suchtmittel" par Excellence im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleibt.
Dass die Behauptung "sehr giftig beim Einatmen" unrichtig ist bei den handelsüblichen Liquidstärken, brauche ich kaum noch erwähnen.
Und eine schwere Vergiftung über die Haut ist auch kaum möglich, da Nikotin sehr langsam über die Haut aufgenommen wird.
Verschlucken zu hoher Mengen ist zwar möglich ( bei bewusster Selbsttötungsabsicht), aber ein "versehentliches Verschlucken" einer tödlichen Dosis mit den handelsüblichen Liquids ist quasi unmöglich, da Nikotinliquids einen sehr scharfen Geschmack haben und sofort ein Brechreiz ausgelöst werden würde.
Geschmacksnerven sind hier quasi ein natürlicher Schutz vor einer versehentlichen tödlichen Vergiftung.

Die angeblich hohe Giftigkeit des Nikotins war seit seiner Entdeckung als Haupt-Wirkstoff (1828) des Tabaks ein Thema.
Das erlaubte der Tabakindustrie im Laufe der Zeit, den Wirkstoff immer weiter zu senken...mit dramatischen Folgen, wie nachfolgend beschrieben
Antworten
#2
Wie viel steckte früher in Tabakzigaretten und heute?
Hier ein Vergleich der Marken "Lord Extra" 1966 mit Marlboro Red 2014:
Nikotingehalt damals Lord Extra: 0,97mg
Nikotingehalt Marlboro Red heute: 0,8mg
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/grv64...earch=%22f lickint nikotin%22

Der Nikotingehalt wurde seit damals massiv gesenkt.
Eine "starke Zigarette" heute hat weniger Nikotin als eine Zigarette, welche damals als "nikotinarm" galt.
Die Folge:
Nach dem Wissen um die Nikotinaufnahmeregulation (ein Raucher raucht automatisch mehr, wenn zu wenig Nikotin vorhanden ist) spielte diese Senkung des Nikotingehaltes in die Taschen der Tabakindustrie.
1964 waren im Schnitt bis zu 2,8mg Nikotin in einer "starken" Zigarette und diese Menge galt damals bereits als "relativ unschädlich" für den Raucher (das stand so bereits im damaligen Terry-Report).


Die Folgen der massiven Senkung des Nikotingehalts:
1990 INBIFO "Inhaltsverzeichnis" Nikotinaufnahmeregulation Umfrage etc.
"1967 rauchte nur ein Drittel der männlichen Raucher täglich 20 und mehr Zigaretten.
Dieser Anteil hat sich bis 1985 auf fast zwei Drittel verdoppelt.
Bei den Frauen stieg er von 12 auf mehr als 30 Prozent an.
Zwischen 1950 und 1975 wurden die Nikotin- und Kondensatwerte nahezu halbiert."
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/mqe71...eifentabak nikotin%22


Nimmt man nun eine Umfrage von damals her (hier ein Beispiel aus dem Jahre 1964) und vergleicht sie mit einer Umfrage von 2012 zum Tabakzigarettenverbrauch/Tag bestätigt sich die Information von 1990:

Vor der Nutzung von Dampfzigaretten reichten Rauchern im Schnitt nur noch 16,4% bis 20 Zig/Tag (1964: 72,6%)
Die Mehrheit (83,6%) rauchte 2012 über 20 Zig/Tag (1964: Nur ca. 27% der befragten Raucher).
(Quelle: http://www.pronik.org/forum/index.php/Th...#post14497 )


Wie sieht es zukünftig bei "Dampfzigaretten" aus?
Per EU-TRL wurde die max. Nikotinstärke auf 20mg/ml festgesetzt.
Das bedeutet, dass bei kleineren Verdampfern vielen Rauchern diese Nikotinstärke keinesfalls ausreichen wird.
Und:
Es wird nur noch kleinere Verdampfer geben. Wer heute einen grossen leistungsstarken Selbstwickelverdampfer besitzt, braucht geringere Nikotinstärken durch die höhere/dichtere Dampfmenge.
Wer heute also glücklich ist mit 6mg bei einem "Großraumverdampfer", wird es nicht mehr sein, wenn es nur noch kleine Depots gibt oder im höchsten Falle noch kleine Tank-Verdampfer in Ego-Grösse.

Ein weiteres Beispiel zur Desinformation des Rauchers in Sachen "Nikotinaufnahmeregulation" :
Die rauchlosen "Eclipse" von Reynolds (1995).
In dem Werbespot suggerieren sie dem Raucher "Mit wenig Nikotin rauchen ist besser für dich".
(ab 06:32 min)
https://archive.org/details/tobacco_ogq03d00

Die Tabakindustrie stellte hier im Vergleich den "Schadstoff Teer" mit dem "Schadstoff Nikotin" auf eine Stufe.
Der "durchschnittlich informierte mündige Bürger" leitet für sich und seine Gesundheit das Ergebnis ab:
"Wenn ich schadstoffärmer Wolken konsumieren möchte, muss Teer und das Nervengift Nikotin reduziert werden."
Dass er wegen der Wirkung des Nikotins überwiegend qualmt und dies mehr und mehr tun würde, wenn viel zu wenig Nikotin in Zigaretten sind, weiss er nicht.

Raucher bekommen bei Zigaretten drei "Haupt-Schadstoffe" präsentiert auf jeder Packung:
Teer....macht schwarze Lungen (was sich als falsch herausstellte)
Nikotin....ist angeblich das Nervengift schlechthin und das Suchtmittel: Das muss angeblich raus aus Zigaretten (falsch)
Kohlenmonoxid.....ICH hatte keine Ahnung, was das macht. Es steht auf der Packung, also ist es eben schädlich, genauso wie Teer und Nikotin.


Sind also nicht die angeblich so suchterzeugenden Zusatzstoffe in Tabakzigaretten schuld an dem Mehrverbrauch an Tabakzigaretten heutzutage, sondern die
starke Nikotinreduktion in Zigaretten der Tabakindustrie?
Antworten
#3
Weiterführende Links:
Wurde ausgerechnet Frau Dr. Pötschke-Langer ein Opfer der Tabakindustrie?
http://smoker-insight.org/showthread.php?tid=9
Prof. Robert Molimard: "Es gibt keine Nikotinabhängigkeit"
http://smoker-insight.org/showthread.php?tid=29
Video: Prof. Dr. Bernd Mayer zu Nikotin
http://smoker-insight.org/showthread.php?tid=32
Antworten
#4
25. November 1977

Tabakindustrie/Reynolds:
Nikotin kein Suchtmittel
https://www.industrydocumentslibrary.ucs...d=khlv0102
Antworten
#5
Ein Kommentar (2017)
Big Tobacco hat jahrelang am der Rezeption von Nikotin als Suchtmittel mitgearbeitet, um hierauf den Fokus zu setzen (Stichwort «leichte Zigaretten, weniger Nikotin, wir tun ja was für die Gesundheit"), um von den eigentlichen suchtfördernden Zusätzen abzulenken, über die niemand spricht und keine Regulation jemals adressiert hat.

Leider finde ich das Dokument nicht mehr, in dem Fagerström erklärt, warum sein Test ursprünglich von Nikotinsucht sprach: er arbeitete damals für eine Pharma-Firma, die NRTs entwickelte. Da machte sich «Nikotinsucht» markttechnisch einfach besser.
https://www.infosperber.ch/Gesundheit/Et...vmediziner
Antworten


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